Wie kann häufiger Fadenbruch verhindert werden?

In der Stickereipraxis ist der Fadenbruch wohl die häufigste Problemstellung. Genau dieses produktionshemmende und dadurch kostenintensive Problem
kann eine Vielzahl von Ursachen haben, die gelegentlich mit dem Stickgarn nichts zu tun haben...
Kommt es plötzlich zu ungewöhnlich häufigen Fadenbrüchen und kann ein Qualitätsproblem am Stickgarn als Ursache weitgehend ausgeschaltet werden, empfiehlt es sich, folgende Punkte zu beachten:

1. Die Maschine

Die Maschinen sollten sich in einem technisch möglichst optimalen Zustand befinden. Nicht das Alter oder die Marke der Maschine ist hier ein Kriterium. Es ist vielmehr der Zustand im Detail: Sauberkeit der fadenführenden Teile Sauberkeit der Untergarnkapseln die richtige Feineinstellung der Fadenspannungsregler gratfreie Fadenführungsteile und unbeschädigte Sticknadeln.
Treten Fadenbrüche immer wieder am gleichen Maschinenkopf auf, ggf. sogar immer nur an bestimmten Stickstellen (Nadelstellen bei Farbwechslern), dann könnten mechanische Probleme die Ursache sein - wobei zunächst die Fadenspannungen von Ober- und Unterfaden zu überprüfen wären

2. Stickprogramme und verwendete Hilfsmaterialien, wie Stickvliese, Beschaffenheit des Trägerstoffs.

Ist das zur Verfügung stehende Stickprogramm für die verwendete Stickgarnstärke programmiert?

Wenn ja: Wird die Stickerei auf der Stoffqualität abgestickt, die ursprünglich auch als Angabe zur Stickprogramm-Herstellung definiert war? Sind nur an bestimmten Stellen im jeweiligen Design die störenden Fadenbrüche? - oder nur bei einem oder einigen Stickköpfen?

Stichdichte: sie muß für die Garnstärke in Kombination mit dem zu bestickenden Stoff und ggf. mit der vorgesehenen zum Einsatz kommenden Stabilisierungsmethode (Stickvlies) in Einklang sein. Wird ein dickerer Stoff, ein in seiner Struktur andersartiger Stoff bestickt, vielleicht für diese   dickere Qualität ein zu dickes Vlies oder sogar mehrere Lagen Vlies verwendet, dann ist der Fadenbruch "vorprogrammiert".

Paßt das Untergarn zum Stoff und Oberfaden - auch hier sind Fehlerursachen denkbar. Sind es immer die gleichen Stellen, an denen bei mehreren
Stickköpfen Fadenbrüche auftreten, dann kann auch ein falsch gelegter Spring-/Verbindungsstich die Ursache für einen Fadenbruch sein. Besprechen Sie die Problematik mit dem Programmhersteller, ändern Sie selbst die Sonderfunktion oder reduzieren Sie die Stichdichte soweit hier eigenes Stickerei-Modifizierungssystem zur Verfügung steht.
Wenn Sie die Stickgarnqualität bei gleicher Garnstärke wechseln, eine 40iger Ausführung mit einem 40iger Metallgarn absticken, dann kann z.B. ein Nadelwechsel oder auch eine Reduzierung von Stichdichte das Problem ebenso beheben, wie zunächst eine Änderung der Fadenspannung.
Knotenbildung, "Berge" von Untergarn unter bestimmten Stellen, das Hervorscheinen der Untergarne (unsere Empfehlung Untergarne mit hoher Lauflänge von MADEIRA einsetzen - kostenlose Muster stellen wir gerne zur Verfügung). Schauen Sie sich immer mal eine fehlerhafte Stickerei von der Rückseite an - die goldene Regel besagt:
Bei einem Platt- oder Stielstich sollte der sichtbare Anteil Untergarn ca. 1/3 der Gesamtbreite des Plattstiches ausmachen - ein wichtiger Grundsatz für eine optimale Fadenspannungs-Regulierung!

3. Nadeln:

Abhängig vom Stoff, abhängig von der Garnstärke- die Auswahl einer anderen Nadel mit anderer Spitze hilft auch schon sehr oft Fadenbrüche zu eliminieren. Verwenden Sie MADEIRA Nadeln - In den Farbkarten finden Sie passende Hinweise.

Ist die Nadelspitze zu fein und der Stoff sehr dicht und/oder dick, dann hat der Stickfaden kaum Möglichkeiten, in den Stoff reinzukommen - kleine Kugelspitzen, die entsprechende Materialien weiter öffnen, können hier sehr oft schon Abhilfe für nervenaufreibende Fadenbrüche sein.

Wenn Sie mit dem Absticken von Metallgarnen beginnen, setzen Sie neue Nadeln ein, schon geringste Beschädigungen der Nadeln könnten bei der völlig anderen Konzeption der Metallgarne zu unnötigen Problemen führen.

Fadenbrüche können auch andere Ursache haben: Unsachgemäße Lagerung oder Überalterung des Stickgarnes Stickgarne niemals an sehr heißen und sonnigen Plätzen